Leichter Verändern mit dem SCARF-Modell

Veränderungen, ob groß oder klein, sind ein fester Bestandteil einer jeden Organisation. Trotzdem fallen uns Veränderungen schwer. Manche Veränderungen führen zu einem beklemmenden Gefühl, wir werden ganz starr und können nicht mehr klar denken.

Das SCARF-Modell hilft 

Das SCARF-Modell von David Rock (Youtube) erscheint anfangs sehr abstrakt und theoretisch. Doch bei genauerem Hinschauen, wird deutlich wie wichtig und hilfreich es ist, sich beim Thema Veränderung mit dem NeuroLeadership-Modell auseinander zu setzen.  

Das Modell basiert auf der Wechselwirkung von neurologischen Reaktionen in unserem Gehirn und unserem (sozialen) Verhalten in Reaktion auf ein Thema, z.B. eine Veränderung.  

Unser Gehirn kennt nur zwei Möglichkeiten sich hinsichtlich eines Themas zu entscheiden:  

  • Entweder wir reagieren neugierig und sind motiviert. In diesem Fall sagt uns unser Gehirn, dass es gut ist, sich diesem Thema zu nähern und sich neu einzuarbeiten. David Rock bezeichnet es als „Approach response“ – es bedeutet eine Annäherung.  
  • Oder das Gehirn kategorisiert das Thema als Bedrohung – „Threat response“. Hier gehen wir auf Abstand und versuchen uns in Sicherheit zu bringen. Dabei greifen niedere Instinkte, die uns in den Widerstand gehen lassen.  

Wenn eine Organisation Veränderungen anstrebt, so ist die Reaktion “Threat Response“ für die Organisation ein großes Risiko und gleichzeitig ein Konfliktpotenzial.  

Können Sie sich an eine oder mehrere Veränderungen erinnern, der Sie offen gegenüber waren? Oder war es eher ein „Ich will das nicht, … aber es ist mein Job“.  

Unser soziales Verhalten als Spiegel 

Wenn unser Gehirn ein Thema als Bedrohung oder als einen Anreiz einstuft, so spiegelt sich das vor allem in folgenden fünf Perspektiven unseres sozialen Verhaltens wider:

  • Status 
  • Sicherheit (Certainty)  
  • Autonomie 
  • Beziehungen (Relatedness)  
  • Fairness  

Ein kleines Beispiel zur Perspektive Status, die ich persönlich sehr bemerkenswert finde und die starke Verbindung zwischen Gehirn und Verhalten aufzeigt:  

In der Organisation von Andreas* (*Name geändert) stehen Veränderungen an. Andreas muss sein Büro räumen und von nun an in einem Großraumbüro sitzen. Diese Veränderung löst in seinem Gehirn den gleichen Mechanismus aus, als ob er körperlich zum Beispiel mit einer Waffe bedroht werden würde.  

Der Einsatz des Modells

Genau hier sehe ich großes Potenzial im SCARF Modell. Es kann uns helfen unsere Reaktion auf Veränderungen besser zu verstehen und die Zusammenhänge zu verdeutlichen. Es stört mich jedoch, dass dadurch erst rückblickend Klarheit geschaffen wird. Da geht doch noch mehr!

In meinen Augen liegt die Herausforderung darin, den Führungskräften in Organisationen die Zusammenhänge zwischen Gehirn und Verhalten vor anstehenden Veränderungen bewusst zu machen.  

Dabei steht das WIE im Vordergrund: Wie können in den 5 Perspektiven Anreize geschaffen werden, damit bei der durchzuführenden Veränderung eine unbewusste „Threat Response“ Haltung bei Mitarbeitern und bei Führungskräften erst gar nicht entsteht?  

In den folgenden 5 Blogartikeln werden wir jede Perspektive genauer unter die Lupe nehmen. Dabei gehen wir auf folgende Fragen ein:  

  • Wie wirkt sich z.B. Status auf Zusammenarbeit aus?  
  • Was ist z.B. Autonomie? 
  • Was passiert dabei im Gehirn?  

Wir beginnen nächste Woche mit dem Einblick zu “Status”.

Sicherheit, Autonomie, Beziehungen und Fairness werden folgen. Mit dabei sind dann Tipps und Tricks, um Veränderungen in Organisationen leichter zu gestalten.

Sie dürfen gespannt sein!

Liebe Grüße,
Tania Conde 

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Das NeuroLeadership Modell – Für Veränderung und Zusammenarbeit

Über die Autorin


Tania Conde Beltrán
Tania Conde Beltrán

Tania ist Coach, Beraterin, Ehefrau, Mama aber vor allem Mensch. Mit ihrer emphatischen Art hilft sie bei beruflichen und persönlichen Herausforderungen neue Wege zu gehen und diese zu gestalten. In ihrer Freizeit geht sie ihren hunderten von DIY-Projekten nach.

Schwerpunkte: Systemisches Coaching, emotionSync®, Konfliktmanagement, Authentizität mit MasterTypo3®