Keine Zeit ist nur eine Ausrede

Als ich heute morgen meine Xing Timeline überflog, sprang mir ein Artikel sofort ins Auge: „Keine Zeit für Führungsaufgaben“ – Unabhängig davon, das in meiner Filterblase sich täglich widersprechende Hinweise und Ratgeber zu Führungsverhalten auftauchen, brachte mich der andere Teil der Überschrift ins Grübeln: „Keine Zeit“.

Keine Zeit

Ich selbst hatte in der Vergangenheit sehr häufig keine Zeit. Ich war und bin schließlich vielbeschäftigter Unternehmer, da ist es klar und nur allzu nachvollziehbar, dass ich für manch legere Tätigkeit kein Zeitfenster finden konnte.

Genau in dieser Zeit beschäftigten wir uns beruflich viel mit persönlichen Werten und Unternehmenswerten und der Frage nach dem authentischen Umgang mit den Ergebnissen. Die Frage nach den eigenen Werten lautete immer: Was ist mir wichtig? Als Mensch und als Unternehmen.

Was ist wichtig?

Ich entdeckte, dass die Dinge, für die ich glaubte keine Zeit zu haben, weit unten auf der „Wichtigkeitsskala“ standen und es gleichzeitig viele Bereiche in meinem Leben gab, die wichtiger waren und sind. Auch stand plötzlich die Frage im Raum, was ich denn tun könne, wenn das Zeitpensum mit der Werteskala kollidiert. Schließlich ist „Zeit haben“ ja etwas eher passives. Wir sind dazu übergegangen anstelle von Zeit haben, sich lieber Zeit zu nehmen. Und für Unwichtiges nehme ich mir eher weniger Zeit, als für Wichtiges. Mit dieser Erkenntnis begegne ich jedem „Ich habe keine Zeit“ mit

„Keine Zeit heißt, es ist dir nur nicht wichtig genug“

Was wäre wenn der Tag 48 Stunden hätte?

Um das etwas besser einzuordnen hilft auch folgendes Denkmodell: Nehmen Sie an, der Tag hätte 48 Stunden. Von Menschen mit gefühlt besonders wenig Zeit ist das tatsächlich ein sehr oft ausgesprochener Wunsch. Mit der Erkenntnis, dass ich mir für das Wichtige mehr Zeit nehme und für das Unwichtige weniger, bleibt zu erwarten, dass die Verteilung der Aktivitäten am Ende des 48h Tages die Gleiche bleibt. Gleich viel Sport, gleich viel Arbeit, gleich viel Zeit für die Familie, gleich viel Zeit für ein oder zwei Hobbies.

Mir persönlich hilft es, jedesmal wenn ich geneigt bin zu sagen: „Ich habe keine Zeit“, lieber „das ist mir nicht so wichtig“ auszusprechen. Wenn mein innerer Wertekompass dann ruft, dass es mir doch wichtig sein sollte, finde ich einen Weg mir die Zeit zu nehmen. Kann ich jedoch eher die Unwichtigkeit als den Zeitmangel bestätigen, fühlt es sich gut an, es lieber sein zu lassen.

Von daher danke ich Ihnen, dass es Ihnen wichtig genug war, diesen Artikel zu Ende zu lesen 😉

In diesem Sinne, ein Lächeln bewegt mehr.

Ihr Peter Kleinau

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