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Keine Zeit ist nur eine Ausrede

Ein Artikel sprang mir heute morgen sofort ins Auge: “Keine Zeit für Führungsaufgaben” – Unabhängig davon, das in meiner Filterblase täglich sich widersprechende Hinweise und Ratgeber zu Führungsverhalten auftauchen, brachte mich der erste Teil der Überschrift ins Grübeln: “Keine Zeit” !?

Keine Zeit

Ich selbst hatte in der Vergangenheit sehr häufig keine Zeit. Ich war und bin schließlich vielbeschäftigter Unternehmer, da ist es klar und nur allzu nachvollziehbar, dass ich für manch légère Tätigkeit kein Zeitfenster finden konnte.

Wir beschäftigen uns beruflich viel mit persönlichen Werten und Unternehmenswerten und der Frage nach dem authentischen Umgang mit den Ergebnissen. Die Frage nach den eigenen Werten lautete immer: Was ist mir wichtig? Als Mensch und als Unternehmen.

Was ist wichtig?

“Keine Zeit heißt, es ist dir nur nicht wichtig genug”

Ich habe erkannt, dass die Dinge, für die ich glaubte keine Zeit zu haben, weit unten auf der “Wichtigkeitsskala” standen und es gleichzeitig viele Bereiche in meinem Leben gibt, die wichtiger waren und sind. Auch stand plötzlich die Frage im Raum, was ich denn tun könnte oder müsste, wenn das Zeitpensum mit der Werteskala kollidiert. Schließlich ist “Zeit haben” ja eher etwas passives. Anstelle zu sagen: Ich habe Zeit für … oder / Ich habe keine Zeit für … sage ich jetzt ganz bewusst: Ich nehme mir die Zeit für … oder Ich nehme mir die Zeit nicht für…

Somit treffe ich eine bewusste Entscheidung über meine Zeit.

Für Dinge, die in meinen Augen unwichtiger sind nehme ich mir eher weniger Zeit, als für Wichtiges. Mit dieser neuen Erkenntnis begegne ich jedem “Ich habe keine Zeit” mit
“Keine Zeit heißt, es ist dir nur nicht wichtig genug”

Was wäre wenn der Tag 48 Stunden hätte?

Um das etwas besser einzuordnen, hilft auch folgendes Denkmodell: Nimm einmal an, der Tag hätte 48 Stunden. Von Menschen mit gefühlt besonders wenig Zeit ist das tatsächlich ein sehr oft ausgesprochener Wunsch. Mit der Erkenntnis, dass ich mir für das Wichtige mehr Zeit nehme und für das Unwichtige weniger, bleibt zu erwarten, dass die Verteilung der Aktivitäten am Ende des 48h Tages die Gleiche bleibt. Gleich viel Sport, gleich viel Arbeit, gleich viel Zeit für die Familie, gleich viel Zeit für ein oder zwei Hobbies.

Mir persönlich hilft es, jedes Mal wenn ich geneigt bin zu sagen: “Ich habe keine Zeit”, lieber “das ist mir nicht so wichtig” auszusprechen. Wenn mein innerer Wertekompass dann ruft, dass es mir doch wichtig sein sollte, finde ich einen Weg mir die Zeit zu nehmen. Kann ich jedoch eher die Unwichtigkeit als den Zeitmangel bestätigen, fühlt es sich gut an, es lieber sein zu lassen.

Von daher danke ich Dir, dass es Dir wichtig genug war und du dir die Zeit genommen hast, diesen Text zu Ende zu lesen 😉

In diesem Sinne, ein Lächeln bewegt mehr.


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Verfasst von

Peter Kleinau

Ich schreibe hier gelegentlich über Dinge, die mich begeistern, ärgern, wundern oder auch einfach nur interessieren. Meistens stehen meine Texte in Zusammenhang mit dem Verhalten von Menschen bei der Arbeit und wie sie dort miteinander umgehen.

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